Hermann Josef Hack

Aktuelles

Flughafen Frankfurt zum Klimaflüchtlingslager erklärt


Blitzschnell werden die eingschmuggelten Zelte gleichzeitig von vielen Helfern und Hack aufgestellt. Alle Fotos courtesy just.ekosystem.org


Vor den Augen neugieriger Passagiere entfaltet sich ein Mini-Klimaflüchtlingslager.


Auch das Flughafenpersonal wird aufmerksam.


Massives Aufgebot von Sicherheitskräften und Polizei gegen Minizelte im Spielzeugformat.

Am Freitag, 19.6.09, wurde der Frankfurter Flughafen, größter Abschiebeflughafen Europas, mit einer Intervention des Künstlers Hermann Josef Hack  überrascht.

Frankfurt/Main Flughafen Fraport wurde von Hack zum Klimaflüchtlingsslager erklärt. Klima, Flucht und Abschiebung sind mit Fraport eng verbunden Mit Hilfe von ca. 30 freiwilligen Aktivisten, welche 255 von Hack gebaute Miniaturflüchtlingszelte in Koffern und Reisetaschen in den Flughafenterminal 1 B eingeschmuggelt hatten, baute er sein World Climate Refugee Camp genau vor der großen Abflugtafel auf. Unter den Augen der neugierigen Passagiere entstand ein symbolisches Klimaflüchtlingslager, das auf die 20 Millionen Menschen hinwies, welche schon jetzt ihre Heimat verlassen mussten, weil Dürre, Überflutung, Versalzung der Böden und andere Folgen der Klimakatastrophe ihnen ein Überleben unmöglich machen.

Obwohl es sich um eine friedliche Aktion handelte, erschienen die Sicherheitskräfte der Fraport Flughafenbetreiberfirma mit Polizeiunterstützung und forderten den sofortigen Abbruch der Aktion, in dem sie von ihrem vermeintlichen Hausrecht Gebrauch zu machen drohten.

Hack erklärte den Ordnungshütern, dass auch sie sich fragen müssten, inwieweit sie zur Klimakatastrophe beitragen, in dem sie z.B. durch den Ausbau des Flughafens im Rhein/Main-Gebiet für noch mehr Belastungen durch CO2-Emissionen sorgen. Ferner erläuterte er den Fraport-Vertretern, dass sie durch täglich zehn bis fünfzehn Abschiebungen gegen den Willen der Betreffenden die Ungerechtigkeit im Klimakrieg verstärken. Mit Blick auf die kommenden zig Millionen Klimaflüchtlinge fordert Hack die Anerkennung aller Klimaflüchtlinge statt weiterer Ausgrenzung.

Hermann Josef Hack bedankt sich für die Unterstützung bei allen AktivistInnen, ohne die diese Aktion nicht möglich gewesen wäre. Insbesondere wird auf weitere Infos hingewiesen: www.aktivgegenabschiebung.de/

Besonderen Dank auch an just.ekosystem.de für die Fotodokumentation, siehe hierzu weitere Bilder unter. http://just.blogsport.de/2009/06/20/climate-refugees-am-frankfurter-flughafen/#more-3059

Eine mit versteckter Kamera gedrehte Dokumentation gibt's bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=ZhME4IYkn7U

Dank an Jürgen + Sohn!