


ART Cologne grenzt Klimaflüchtlingslager aus
Hack: Kunstmesse setzt sich auch gesellschaftlich ins Abseits
„Am Eröffnungstag der Kölner Kunstmesse ART Cologne wird einmal mehr deutlich: Die Messe hat keine Ideen und sieht Kunst nur als Ware. Eine gesellschaftliche Relevanz wird der Kunst nicht zugebilligt.“ Diese harte Erkenntnis beruht auf der aktuellen Erfahrung, die der von der UNESCO für seine Projekte ausgezeichnete Künstler Hermann Josef Hack heute vor den Türen des Kunstmarktes machen musste.
Wie in den Medien angekündigt, hatte Hack ein Klimaflüchtlingslager aus von ihm gefertigten Miniaturzelten vor dem Messeaufgang errichtet, um auf die steigende Zahl der Menschen hinzuweisen, welche aufgrund der Folgen des Klimawandels ihre Heimat verlassen müssen. Als Hack darum bat, seine Zelt-Installation in das großräumige Foyer der Messe zu überführen, weil es draußen in Strömen regnete und er seine Arbeit, die im übrigen nicht dem Markt zugänglich ist, den Besuchern nicht vorenthalten wollte, musste er erfahren, dass sein Projekt nicht erwünscht sei. Pressesprecher Dirk Mangold und die gesamte Messeleitung ließen sich verleugnen, als Hack einen Gesprächspartner suchte.
Bereits Hacks Lehrer Joseph Beuys hatte in den Anfängen der Kunstmesse mit Aktionen an die Scheiben der Messe angeklopft. „Er würde sich heute im Grab umdrehen, wenn er miterleben müsste, wie die Kunstvermarkter auf aktuelle Kunstaktionen reagieren. Dabei sucht gerade der Messestandort Köln ein lebendiges Profil. Mit einer derartigen Verweigerungshaltung gegenüber zeitgenössischen Aktionen wird das zu Recht nichts. Wen wundert es, wenn die Künstler und Kunstvermittler anderen, offeneren Standorten den Vorzug geben.“
Hack brach seine Aktion am Nachmittag ab. Sein Klimafllüchtlingslager ist noch bis zum 10. Mai in der Zentrale der Deutschen Post AG, dem Post Tower in Bonn, zu sehen. Im Sommer wird Hack ein Klimaflüchtlingslager in Berlin errichten.