Hermann Josef Hack

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Hack errichtet Klimafllüchtlingslager und Denkmal für die Opfer der Festung Europa in Jena


Klimaflüchtlingslager auf dem Holzmarkt in Jena am 4. Juni 2010


Unter den kritischen Augen der Ordnungskräfte bestaunen viele Passanten rund 800 Zelte im Mini-Format.


Auf dem Theaterplatz entsteht das erste Betonkoffer-Denkmal nach Hacks Entwurf. Weitere in anderen Städten sollen folgen.

Am 4. Juni 2010 schlug Hack sein Klimaflüchtlingslager auf dem Holzmarkt in Jena auf. Ca. 800 Miniaturzelte luden die Passanten ein, sich über die bereits heute vom Klimawandel heitmalos gemachten Flüchtlinge aus den armen und schutzlosen Regionen der Erde ein Bild zu machen. Für viele ist der Klimawandel noch immer kein Thema. Die sozialen Auswirkungen des Klimawandels in Form von Migration, Abschiebung und Kriminalisierung der Opfer brachte Hack in das dortige Karavane-Festival ein. In verschiedenen Ausstellungen, Diskursen und mit einem Trauerzug wurde den Opfern gedacht, welche bereits auf dem Weg nach Europa an den Grenzen getötet wurden.

Ein ganz anderes Denkmal, das als Prototyp für viele ähnliche dezentrale Monumente gelten kann, schuf Hack in Form eines "Betonkoffer-Denkmals". Anstelle einer zentralen Kranzabwurfstelle für die Opfer der Festung Europa regt Hack an, in jeder Stadt ein solches Denkmal aus alten Koffern, Reisetaschen oder Rucksäcken, welche mit Beton gefüllt werden, zu errichten. Durch entsprechende Kofferanhänger kann auf die Herkunft der Besitzer aufmerksam gemacht und so an diejenigen erinnert werden, welchen es nicht vergönnt war, frei zu reisen und ihren Aufenthaltsort selbst zu wählen. "Es gibt so viele Denkmäler, die sicher nicht mehr zeitgemäß sind, neben ihnen würde sich ein solches Betonkoffer-Denkmal gut machen", so der Künstler.