
Der Künstler Hermann Josef Hack hat dem Aktionsbündnis der großen deutschen Hilfsorganisationen "Aktion Deutschland Hilft e.V." mit Sitz in Bonn eine Anzahl von 50 von ihm gefertigten Flüchtlingszelten gestiftet, um vom Erlös pro Zelt einer Flüchtlingsfamilie ein echtes Zelt und ein Nahrungspaket zukommen zu lassen. Für den "Welttag des Flüchtlings", den Hack zum "Welttag des Klimaflüchtlings" erklären wird, dem 20. Juni, hat Hack sein World Climate Refugee Camp aus über tausend Minizelten der "Aktion Deutschland Hilft" zur Verfügung gestellt.
Auf dem Museumsplatz vor der Bundeskunsthalle soll so auf die wachsende Zahl von Klimaflüchtlingen hingewiesen werden. Die Nachhaltigkeits-Stadt Bonn, UN-Sitz und Bundesstadt, hatte für das Bonner Kunstmuseum ihr Einverständnis signalisiert, verwies aber auf die Platzhoheit der Bundeskunsthalle.
Diese teilte heute in einer Email des Intendanten Dr. Robert Fleck mit, dass sie Hack ihre Genehmigung verweigere. Obwohl seit Wochen der Termin angefragt war, wird in der Begründung auf die notwendige vorherige Abstimmung verwiesen, als eigentliches Argument bringt Fleck vor, dass am selben Tage eine neue Ausstellung in der Bundeskunsthalle gezeigt werde.
Künstler Hack, der aus gesundheitlichen Gründen Zurückhaltung übt, kann sich nicht vorstellen, dass die Zelte auf dem Platz die Eröffnungsbesucher der Ausstellung "Anselm Kiefer - Werke aus dem Privatbesitz der Sammlung Hans Grothe", welche im Innenraum der Bundeskunsthalle stattfindet, physisch stören, zumal die Eröffnungsfeier am Vortag, also längst vor Hacks Intervention vorbei sein wird.
Ein Schelm, wer denkt, Fleck möchte seinen finanzschweren Sammlern wie dem Immobilienlöwen Hans Grothe den elenden Anblick eines Flüchtlingslagers ersparen und am Ende nicht ihr Gewissen berühren, wie es Hack mit seinen Aktionen vermag. (Siehe Aktion auf der ART Cologne "Kunstsammler, woher stammt euer Kapital?")
Während Hack Teile seine Arbeit den Bedürftigen stiftet, lassen sich die kapitalen Kunstsammler ihre Kunstschätze durch die Präsentation in der Bundeskunsthalle aufwerten.
Hacks Klimaflüchtlingslager wird am Mittwoch, 20. Juni, auf dem Bonner Münsterplatz errichtet.
Hier die Email-Korrespondenz im Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Dr. Fleck,
ich bedaure, dass Sie meinem Flüchtlingshilfsprojekt eine Absage erteilen. Selbstverständlich respektiere ich diese Ihre Entscheidung und habe bereits unverzüglich die Ankündigung auf meiner Homepage abgeändert. Die Medien werde ich bzw. "Aktion Deutschland Hilft e.V." entsprechend informieren. Das Hilfsbündnis "Aktion Deutschland Hilft e.V." hatte bereits seit mehr als zwei Wochen den Termin bei Ihnen, auch mittels des Kunstmuseums Bonn, angefragt. Nachdem sich das Kunstmuseum positiv geäußert hatte ("der Platz ist am 20.6. frei") und auch die fernmündlichge Anfrage bei Ihrem Hause nichts Gegenteiliges verlautbaren ließ, bin ich, zugegebener Weise zu gutgläubig, davon ausgegangen, dass auch Sie die Initiative, auf das Elend der Klimaflüchtlinge hinzuweisen, wie die zahlreichen anderen Gastgeber meines Projektes unterstützen würden. Das Camp wäre in der Zeit von 10 bis ca. 15 Uhr auf dem Museumsplatz gewesen und hätte die abendlichen Premierenbesucher nicht mehr "stören" können. Entschuldigen Sie bitte, dass ich mich in der Einschätzung Ihrer Bereitschaft zur Unterstützung dieses non profit Hilfsprojektes geirrt habe.
Mit freundlichen Grüßen Hermann Josef Hack
-------- Original-Nachricht -------- > Datum: Wed, 13 Jun 2012 13:47:19 +0200 > Von: Robert Fleck
> Betreff: Ihre Anfrage
> Sehr geehrter Herr Hack, >
> Mit grosser Verwunderung stellen wir fest, dass Sie auf Ihrer Webseite > eine Aktion vor der Bundeskunsthalle angekuendigt haben, ohne unser > Einverstaendnis dafuer zu besitzen. > > Der Museumsplatz zwischen der Bundeskunsthalle und dem Kunstmuseum Bonn > ist Bundeseigentum. Eine Nutzung und deren Ankuendigung ist nur in > Absprache mit der Bundeskunsthalle und entsprechendem Vorlauf zulaessig. > > Der 20. Juni ist zudem der Eroeffnungstag unserer neuen Ausstellung. Eine > sorgfaeltige und vorzeitige Abstimmung mit uns waere in diesem Fall ganz > besonders wichtig gewesen. > > Vor diesem Hintergrund muss ich Ihnen mitteilen, dass ich Ihnen keine > Genehmigung zur Nutzung des Platzes geben kann
Ich ersuche Sie auch > dringend, die Vorankuendigung von Ihrer Webseite zu nehmen. >
> Mit freundlichen Gruessen, >
> Dr. Robert Fleck >
Geschäftsführung > Corporate Management > Intendant > Director > Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH > Friedrich-Ebert-Allee 4 > D-53113 Bonn >--